Satoshi Morita
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Satoshi Morita [JP] schießen, schlagen, werfen, fangen… 2006
Klanginstallation mit Objekten laboratorium
Allianzgebäude am Ostbahnhof. CD-Player + Kopfhörer + Dauer : permanent Klasse Sabine Breitsameter
schießen, schlagen, werfen, fangen… 2006, Skizze © Satoshi Morita
Nach ihm laufen die Spieler und er wird heftig ins Tor gekickt. Mit einer Keule wird er stark geschlagen und er fliegt manchmal weiter als 100m direkt zu den Zuschauern. Über die Wiese fliegt er meterweit, um in ein kleines Loch hineinzurollen. Zwischen zwei Spielern fliegt er hin und her, auf der Erde oder auf dem Tisch. Ohne Ende wird er auf den Boden geschleudert und dann in einen Korb eingeworfen. Direkt aus der Luft wird er angenommen und weiter geschlagen. Kräftige Männer greifen nach ihm und attackieren sich dabei gegenseitig. Auf riesigen Wiesen, in Hallen oder in Stadien finden die Spiele statt. Spieler geben ihr Bestes um Punkte zu sammeln und zu gewinnen. Das Publikum schaut der Bewegung des Balls zu und freut, ärgert, begeistert sich; es fließen sogar Tränen. Die Luft, die um den Ball rauscht. Das Geräusch, wenn der Ball auf Menschen, Erde oder Sportzeug trifft. Der Schrei von Zuschauern. Beim Sport ist heftige Bewegung im Raum und Begeisterung von Menschen zu hören. Wahrnehmung des Raumes durch Klang. Wenn etwas sich rasch bewegt, spielt das Geräusch eine große Rolle für die Wahrnehmung der Bewegung im Raum. Die Positionierung zwischen Hörpunkt und Umgebung bestimmt, wie die akustische Bewegung im Raum wahrgenommen wird. Man sitzt im Zug. Ohne Zweifel fährt der Zug mit Motoren. Wenn man aber so denkt, dass die Umgebung sich bewegt, dann wirkt der Innenraum des Wagens wie eingefroren und die Außenwelt scheint sich aktiv zu bewegen. Solch ein Perspektivwechsel schafft eine neue Vorstellung von der Welt. Unsere Ohren stehen immer im Mittelpunkt unseres Hörerlebnisses. Wenn unsere eigenen Ohren außerhalb unserer Körper sein könnten, was hören wir dann? Was für eine Klangwelt könnten wir erleben? Eine Klangwelt, die die Hörperspektive des Balls in den Mittelpunkt stellt. Durch „Ohren im Ball“ wird die dynamische Bewegung von Menschen und Umgebung dargestellt.
Satoshi Morita, geboren am 1974 in Tokio, Japan, lebt und arbeitet in Berlin, Studium im Bereich Freie Kunst in Japan und Deutschland, Weiterbildungsstudium „Sound Studies“ an der UdK, Berlin. Moritas Interesse gilt der akustischen Darstellung von Räumlichkeit. Er kreiert Installationen, Ausstellungen (Auswahl): in a dining room 2003, Wewerka Pavillon, Münster; sound + mobile chair 2002, art kite museum, Detmold. Morita erhielt ein Stipendium für das Studium in Ausland von Zokei University of Arts, Tokio, Japan.
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