Sabine Breitsameter Sound Studies – Experimentelle Klanggestaltung zurück
Was für ein Auftakt! Seit dem Sommersemester 2006 gibt es an der Universität der Künste Berlin den Weiterbildungsstudiengang „Sound Studies”, und schon hat einer der 33 Studierenden Gelegenheit, eine Arbeit im Rahmen eines großen, internationalen Festivals zu präsentieren: bei Sonambiente 2006.

“Sound Studies” ist als Studiengang ein Novum: Er befasst sich mit der Gestaltbarkeit des Klanglichen in Alltag, Kunst und Medien und sucht dabei nach Beschreibungs- und Wahrnehmungsmodellen, ästhetischen Konzepten und Anwendungsbereichen jenseits genuin musikalischer Paradigmen. Vier Gastprofessoren vertreten je ein Lehrgebiet , wobei sich das meinige, die “Experimentelle Klanggestaltung” als Brücke zu den anderen Fächern versteht. Ohnehin sind experimenteller Wagemut und innovatives Denken die Ausgangspunkte des Studiengangs. In ihm geht es nicht darum, den Studierenden gewissermaßen “normativ” zu zeigen, wie man Klänge und klangliche Situationen gemäß “herrschender Lehrmeinung” gestaltet. Im Mittelpunkt steht vielmehr, das Feld klanglicher Gestaltbarkeit weit zu öffnen und künstlerische wie angewandte Konzepte in eine produktive Wechselbeziehung zu bringen.

In meiner Arbeit mit den Studierenden beschränkt sich das Experimentieren mit Klang nicht darauf, klangliche Oberflächen und neue akustische “Physiognomien” zu schaffen, sondern zielt darauf ab, durch die Arbeit an und mit den Kontexten des Klangs die spezielle Bedeutung einer Produktion herauszuarbeiten. Kontext, das kann der Präsentationsort einer Klangarbeit ebenso sein wie ihre etwaige mediale Plattform, das beinhaltet die Reflexion gängiger akustischer Rezeptionsmodelle, die interaktive Aneignung von Klang in Netzwerken und Datenräumen, neue Klangerzeugungsmöglichkeiten durch Sensoren und Interfaces u.v.a.m.

Satoshi Morita, Studierender von „Sound Studies“, stellt in seiner Arbeit für Sonambiente 2006 einen Fußball als visuelles Objekt in den Mittelpunkt. Der erscheint, namentlich in Zeiten der Fußballweltmeisterschaft, als etwas sehr Alltägliches und Allzu-Vertrautes. Doch gibt der Ball eine rätselhaft-abstrakte Klangwelt wieder. Können wir uns vorstellen, wie es wäre, wenn sich die Perspektive umkehrte? Nicht w i r sind es, die den Ball wahrnehmen, sondern das, was in einem Spiel, in einem Stadion passiert, hören wir aus der Perspektive des Balls? Dann ist es nicht der Ball, der sich bewegt, sondern das Publikum und seine Umgebung. 1 Akustische Mediengestaltung wird von Karl Bartos gelehrt, Akustische Anthropologie und Ökologie von Holger Schulze, Akustische Konzeption von Carl-Frank Westermann.

Adel Abdessemed/Silvia Ocougne
Dave Allen
Alfred Behrens
Maria Blondeel
Reinhard Blum/Uwe Bressnik
Jens Brand
Candice Breitz
Building Transmissions & Douglas Park
Janet Cardiff/George Bures Miller
Nicolas Collins
Alvin Curran
Joanna Dudley
[dy'na:mo]
Ulrich Eller
David First
Nina Fischer/Maroan el Sani & Robert Lippok
Terry Fox
Bernhard Gál
Seppo Gründler
Gut & Rist aka Gutarist
Carl Michael von Hauswolff & freq_out orchestra
Susan Hiller
Robert Jacobsen
Rolf Julius
Georg Klein/Steffi Weismann
Katjia Kölle
Christina Kubisch
Hans Peter Kuhn
Tilman Küntzel
Kalle Laar
Donatella Landi
Bernhard Leitner
Aernout Mik
Robin Minard
Ricardo Miranda Zuñiga
Helen Mirra
Michael Muschner
Carsten Nicolai
Andreas Oldörp
Finnbogi Pétursson
Werner Reiterer
Robin Rimbaud aka scanner
Julian Rosefeldt
Klara Schilliger/Valerian Maly
society of algorithm [Guy van Belle/Akihiro Kubota]
Jan-Peter E.R. Sonntag
tamtam [Sam Auinger/Hannes Strobl]
Ana Torfs
Edwin van der Heide
Maurice van Tellingen
Stephen Vitiello
Kris Vleeschouwer
Heinz Weber
Achim Wollscheid
Miki Yui
Artur Zmijewski

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